Leadership Update Dr. Michael Fritsch

Januar 1, 2006

Mülleimer und Neustart 2006

Abgelegt unter: Führung — Administrator @ 7:09 pm

Prosit Neujahr!

Der Jahreswechsel war stets Anlaß für gute Vorsätze und Änderungsabsichten. Es ist eine willkommene Gelegenheit, einmal wieder “den Rucksack neu zu packen”, d.h. auspacken, sehen ob der Inhalt noch gebraucht wird, was man mit ruhigem Gewissen ins Archiv legen oder gar wegwerfen kann und was für die weitere Reise möglicherweise fehlt. Fredmund Malik hat diese Aktion “Systematische Müllabfuhr” gar zu einem wesentlichen Werkzeug für Manager erklärt (Fredmund Malik: Führen, Leisten, Leben): “Was sollte ich nicht mehr tun, weil es sich überlebt hat, weil ich drüber hinausgewachsen bin, weil ich mich in eine andere Richtung entwickeln will, weil es bessere Methoden gibt, weil ich wichtigeres zu tun habe, weil ich älter bin und andere Prioritäten setzten will, …?”. Eine etwas gewöhnungsbedürftige Idee, Management mit einem Mülleimer in Verbindung zu bringen. Aber Malik provoziert gerne. Für ihn ist - wie er auch in seinem neuen Buch betont (Fredmund Malik: Management) Management ein Handwerk, das klare Regeln hat, die nicht immer bekannt sind oder sogar im Widerspruch zum allgemeinen Management-Mainstream stehen. Na ja - über die “klaren Regeln” könnte man durchaus streiten, da hier der Anschein des “richtigen” Managements erweckt wird. Irgendwie kommt mir hierzu Heinz von Förster in den Sinn (Heinz von Förster: Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners).

Trotzdem ist die Idee mit dem Mülleimer als Methode für Menschen und Organisationen sinnvoll. Die “Entschlackung und Entgiftung” und die Befreiung von Ballast und überkommenen Gewohnheiten können für Menschen wie Organisationen hilfreich sein. Nutzen Sie die Chance zu einer selbstkritischen Relexionsschleife, bevor der Alltag wieder zu “mehr des Selben” und damit zu den alten Mustern einläd!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß mit Ihrem Mülleimer und einen guten Start in ein spannendes und erfolgreiches Jahr 2006.

Herzliche Grüße
Ihr Dr. Michael Fritsch

Dezember 22, 2005

Information Overload

Abgelegt unter: Führung — Administrator @ 3:19 pm

Führungskräfte klagen immer häufiger über eine kaum noch zu bewältigende Fülle an Informationen (Memos, Emails, PowerPoint-Ausarbeitungen etc.). Der „Information Overload“ gehört mittlerweile zum Alltag. Jeder hat seine eigenen Strategien entwickelt, mit dieser Herausforderung umzugehen. Manche vergleichen dies schon mit dem Versuch, Wasser mit einem Sieb zu schöpfen – es läuft viel durch und wenig bleibt hängen. Offensichtlich haben einige Führungskräfte schon „Routinen der Ignoranz“ entwickelt, die es ihnen ermöglichen, die Mehrheit der Informations- und Kommunikationsangebote nicht zur Kenntnis zu nehmen. Die Kehrseite dieser „Notlösung“ ist jedoch, dass man wesentliche Entwicklungen nicht oder zu spät mitbekommt. Eine Führungskraft sollte immer gut informiert sein über unternehmensinterne Themen, aber auch Entwicklungen die das eigene Tätigkeitsfeld, die Profession und den „Beruf Führungskraft (F. Malik)“ betreffen.

Eine konkrete Hilfestellung - auch für diesen Leadership-Blog - bieten „Filter“ in Form einer personalisierten Startseite auf seinem PC. Zum Beispiel können Sie diesen Blog „Leadership Update“, für Sie wichtige Nachrichten, Fachmagazine und Foren einfach abonnieren, bleiben somit immer auf dem neuesten Stand und können schnell entscheiden, ob Sie sich mit dem Informationsangebot näher beschäftigen wollen. Die Suchmaschine Google bietet z.B. die Möglichkeit, sich innerhalb weniger Minuten eine persönliche Startseite einzurichten. Erster Schritt: Richten Sie sich bei Google (www.google.de/accounts/NewAccount) Ihre „Personalisierte Startseite“ (http://www.google.de/ig) ein. Zweiter Schritt: legen Sie bei Ihrem Browser, z.B. bei dem Microsoft Internet Explorer unter „Extra“, „Internetoptionen“ und „Startseite“ diese als Startseite fest. Wählen Sie dann auf der personalsierten Startseite links oben unter „Content hinzufügen“, welche Informationen Sie immer aktuell verfolgen möchten. Bei dem letzen Punkt „Abschnitt erstellen“ geben Sie in der vorgegeben Box einfach Adresse, Thema oder den Feed-URL also z.B. http://www.conzag.de/wordpress/ für meinen Blog ein und schon haben Sie übersichtlich auf einer Seite, die Themen, die Sie interessieren und die Sie aus der Informationsflut herausfiltern möchten. Ich würde mich freuen, wenn mein „Leadership Update“ dabei wäre.

Herzliche Grüße
Dr. Michael Fritsch

November 27, 2005

Leadership und Depression

Abgelegt unter: Führung — Administrator @ 6:45 pm

Guten Tag!

Es gibt unendlich viele Definitionen und Interpretationen, was es mit dem Thema Führung eigentlich auf sich hat. Ich werde in diesem Blog immer mal wieder verschiedene Aspekte dazu zur Diskussion stellen.

Heute beschäftigt mich die Frage, was Führungskräfte speziell in deutschen Unternehmen, für oder gegen das Phänomen “Depression” bzw. die oft zu spürende depressive Stimmung tun. Dass dies offensichtlich ein aktuelles Thema ist, zeigt der deutsche Depressionsbaraometer (http://www.blogger.com/www.depressionsbarometer.de). Fühlen sich deutsche Führungskräfte im “Land der Miesmacher” (Der Tagesspiegel vom 31.7.2005) überhaupt bei diesem Thema angesprochen? Haben die Manager und Macher tatsächlich keine Lust mehr auf die Zukunft oder sind es die Mitarbeiter, die nicht bereit sind, sich den Umständen und den neuen Herausforderungen anzupassen? Nach Professor Fritz B. Simon ist eine Depression dadurch gekennzeichnet, dass man in die Zukunft schaut und keine Perspektive sieht bzw. glaubt, keine Handlungsmöglichkeit mehr zu haben. Dies hat weniger mit objektiven Daten als mit dem subjektiven Erleben des Einzelnen zu tun. Die Stimmung wird von Zukunftsängsten und gedämpften Hoffnungen geprägt. Und sie findet offensichtlich bei vielen Menschen Ressonanz. Dies ist zunächst weder gut noch schlecht, hat aber “Folgekosten” bei vielen Menschen (Mitarbeitern): vermindertes Interesse an fast allen Aktivitäten, Angstgefühle, Schlaf- oder Rastlosigkeit, Müdigkeit, Entscheidungs- und Handlungsunfähigkeit oder gedankliche Endlosschleifen. Es ist schon die Frage berechtigt, was hier Ursache und was Wirkung ist. Schon Sigmund Freud hat behauptet, dass “Leiden leichter als Handeln” ist. Aber was können Führungskräfte in diesem Zusammenhang tun?

Die Teilnehmer einer Konferenz vom 17. - bis 19. November 2005 haben in Berlin einen Schritt gewagt, die Depression in Deutschland zu “überfallen”. Wie überfällt man eine Depression? Da sind Anleihen beim klassischen Banküberfall möglich: “Eine Gruppe gräbt sich nach unten, die andere steht Schmiere, eine weitere setzt die Alarmanlage außer Kraft, öffnet den Tresor und draußen warten bereits die Fahrer mit angelassenem Motor”(Dr. Hans Geisslinger). Einer Gruppe von ca. 300 Beratern und Organisationsentwicklern ist es tatsächlich gelungen, innerhalb der Bannmeile des Deutschen Bundestages, direkt zwischen Kanzleramt und Reichstag, ohne vorliegende Genehmigung, eine Trauerweide als Symbol der Hoffnung zu pflanzen. Schon die Kelten haben die Trauerweiden genutzt und in die weichen, neuen Triebe Knoten gemacht, um dort ihre Wünsche zu verankern. Jeder kann jetzt dort vorbeigehen und auf der aufgestellten Gedanktafel lesen: “Mir wohnt ein Zauber inne. Berühre mich und dein Wünschen wird” (in vier Sprachen). Ich wünsche mir, dass dies möglichst viele Menschen (d.h. auch Führungskräfte) tun und erkennen, dass Krisen auch neue Chancen beinhalten können.

Vielleicht wäre es für den einen oder anderen Top-Manager auch ein Thema, die Depression in seinem Unternehmen zu überfallen und Schritte zu deren Überwindung zu initiieren? Damit kommt man schnell auf die Herausforderung vieler Manager, trotz “schwieriger Zeiten” im Unternehmen, den Mitarbeitern eine Perspektive aufzuzeigen, eine glaubwürdige Vision zu vermitteln (und dabei selbst noch daran zu glauben). Führung hat aus meiner Sicht viel mit der Fokussierung von Aufmerksamkeit zu tun. Wohin lenken die “Leader” diesen Fokus der Aufmerksamkeit und wie weit sind sie hierbei in der Lage, ein attraktives Bild der Zukunft zu entwickeln? Die im Unternehmen subjektiv oder kollektiv erlebte “Wirklichkeit” ist das Ergebnis der Wahr-Gebung, d.h. der Frage welche Bedeutung bestimmten Informationen gegeben wird, wie bestimmte Phänomäne beobachtet und wie darüber kommuniziert wird. Führungskräfte sind in diesem Sinne auch “Konstrukteure von Wirklichkeit”, sie tragen dazu bei, dass bestimmte Wirklichkeiten erst entstehen und sie verfügen über die Macht dafür zu sorgen, dass diese Konstruktionen auch wirksam (Realität) werden. Welche Wirklichkeit sich durchsetzt ist aus meiner Sicht eine zentrale Herausforderung und Aufgabe für Führungskräfte. Sicher gibt es keine einfachen Ursache-Wirkungs-Rezepte, aber Führungskräfte können ihren Einfluss über Art und Inhalt ihrer Kommunikation im Unternehmen ausüben. Ich finde die klassische Unterscheidung von Manager (dafür sorgen, dass die Dinge richtig gemacht werden) und Leader (dafür sorgen, dass die richtigen Dinge gemacht werden) immer noch hilfreich. Die Rolle eines Leaders sehe ich im Zusammenhang mit der Depression darin, eine weitsichtige und leidenschaftliche Zielorientierung zu zeigen, optimistisch über die Zukunft zu sprechen und eine “Es-geht-Haltung” zu leben. Leader formulieren und kommunizieren eine ansprechende Zukunftsvision, zeigen Zuversicht und “inspirieren” somit ihre Mitarbeiter. Das ist keine leichte Aufgabe, die mit keinerlei Erfolgsgarantien verbunden ist. Aber Führungskräfte, die sich nur auf die Ankündigung von Massenentlassungen, Einsparungspotenzialen, Rationalsierungsnotwendigkeiten und Verweise auf die Folgen der Globalisierung beschänken, haben aus meiner Sicht ihre Hausaufgaben nicht gemacht und rechtfertigen damit auch nicht ihr Gehalt. Wir brauchen mehr Leader, die nicht auf den “Standort Deutschland” schimpfen, sondern die Mut machen und wieder echte unternehmerische Qualitäten zeigen.

So viel für heute!

Herzliche Grüße Ihr
Dr. Michael Fritsch

Herzlich Willkommen!

Abgelegt unter: Führung — Administrator @ 4:12 pm

Wer sich mit dem Thema Führung beschäftigt, sollte auch für neue Entwicklungen aufgeschlossen sein. Als Berater, Trainer und Coach beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit dem Thema Führung. Also habe mich auch zu einem Blog entschieden! Ich möchte Führungskräften mit dieser neuen Kommunikationsform interessante Informationen, Tipps und Geschichten zum Thema Führung anbieten und ab und zu aus meinem aus meinem Beratungsalltag plaudern.
Bis bald und herzliche Grüße
Dr. Michael Fritsch

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